Das jüdische Volk wird das Volk des Buches genannt. Und in der Tat hat das geschriebene Wort für das Judentum eine grundlegende, Zeit und Raum umfassende Bedeutung. Nach dem Verlust des Tempels und des Landes hatten Juden keine Heimat mehr. Sie mussten sich ein geistiges Reich erschaffen. Dieses Reich wurzelte in der Tora und entwickelte sich in den rabbinischen Schriften fort. In den folgenden Jahrhunderten wurde auf diese Weise eine reiche Literatur geschaffen. Das jüdische Volk lebte in der Schrift.
Und heute? Das „Fest des Jüdischen Buches“ geht der Frage nach, was jüdische Literatur überhaupt ist, sein kann oder soll. Schriftsteller, Rabbiner, Wissenschaftler und Journalisten – ihr aller Werkzeug ist die Sprache – ergründen gemeinsam mit und für das Publikum die zahlreichen Ausdrucksweisen der jüdischen Literatur. Der Bogen ist weit gespannt und bezieht neben unterschiedlichen Themen auch die verschiedenen Sprachen mit ein, in denen uns jüdische Literatur begegnet. So freuen wir uns, dass wir Ihnen auf dem diesjährigen Buchfest Publikationen in Deutsch, Hebräisch, Russisch und Türkisch präsentieren können.
Das Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg am Innenhafen, dessen Gebäudearchitektur an ein “offenes Buch” erinnert, bildet für diese Veranstaltung den prädestinierten Ort. Das Projekt wurde von der Jüdischen Gemeinde Duisburg und dem American Jewish Joint Distribution Committee ins Leben gerufen. Das „Fest des Jüdischen Buches“ findet dieses Jahr zum 4. Mal statt. Wir freuen uns, dass der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein diese Tradition großzügig unterstützt.
Wir wünschen Ihnen ein spannendes Fest und eine anregende Lektüre!